"Teil 3"
Anrufer: „Das solltest du lieber nicht noch einmal versuchen.“
„Was wollen Sie von mir?“
Sie spürte, wie ihre Stimme zitterte und versuchte, ihr mehr Entschlossenheit zu verleihen. Doch bevor sie zu einer weiteren Frage ansetzen konnte, übernahm ihr telefonisches Gegenüber wieder die Initiative.
„Matthew Evans.“
„Was?“
„Ich weiß, dieser Name sagt Ihnen nichts. Ich habe ihn zufällig ausgewählt. Genauso wie Sie.“
„Was meinen Sie mit ausgewählt? Habe ich vielleicht eine Waschmaschine gewonnen?“
„Sie verkennen den Ernst Ihrer Lage, Anny.“
„Aber ...“
„Kein aber. Sie können meine Angaben ruhig überprüfen, also nehmen Sie sich einen Stift zur Hand und notieren Sie sich meine Worte.“
„Also gut, ich spiele mit. Erzählen Sie mir Ihre Geschichte.“
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Sonntag, 20. September 2009
Der Anruf
"Teil 2"
Der Anruf schreckte sie aus einem tiefen und wohltuenden Schlaf. Benommen griff sie nach dem Telefon auf ihrem Nachttisch und stieß dabei ein Wasserglas auf den Boden. Das Splittern des Kristalls ließ die letzten Fetzen eines Traumes aus ihrem Bewusstsein verschwinden. Sie war hellwach.
Das Telefon klingelte ein weiteres Mal und das schrille und beharrliche Geräusch rief Kopfschmerzen hervor, welche sie unweigerlich an die letzte Nacht erinnerten. Sie wollte jetzt mit niemandem sprechen, doch das Telefon wollte nicht schweigen.
Nach einem kläglichen Versuch in ihrer halb liegenden Position den Stecker aus der Wand zu ziehen, hob sie resignierend den Hörer ab.
Anrufer: „Anny? Anny Warshaw?“
Irgendetwas stimmte nicht mit der Stimme des Anrufers. Sie war seltsam verzerrt.
„Antworten Sie!“
Die Stimme hatte jetzt einen befehlenden Ton angenommen.
„Ja. Ja, mein Name ist Anny Warshaw. Wer sind Sie?“
„Sie werden mir jetzt genau zuhören Anny. Es spielt keine Rolle, wer ich bin. Sie kennen mich nicht.“
„Wenn das irgendein blöder Scherz sein soll ...“
„Ich sagte, Sie sollen zuhören. Es ist nicht an Ihnen, irgendwelche Fragen zu stellen.“
„Wie wäre es dann, wenn ich ganz einfach auflege.“
Mit einer ruckartigen Bewegung knallte sie den Hörer auf die Gabel und setzte sich nun gänzlich auf. Der Tag hatte so begonnen, wie der letzte geendet hatte. Beschissen. Als sie mit ihrer rechten Hand über die Linke strich, bemerkte sie, dass sie während des Telefonats eine Gänsehaut bekommen hatte.
Es lag an der Stimme. Sie war so ... „DRDRDRDR!“
Noch bevor sie den Satz im Geiste beenden konnte, schreckte sie das Läuten erneut auf.
Unentschlossen blieb sie auf der Bettkante sitzen. Zwischen dem Läuten des Telefons konnte sie das leise Ticken ihres Weckers hören. Das Rattern der vorbeifahrenden U-Bahn. Sie wartete eine Minute. Zwei. Drei. Von Mal zu Mal schien das Klingeln lauter zu werden und schließlich Griff sie erneut nach dem Hörer.
Der Anruf schreckte sie aus einem tiefen und wohltuenden Schlaf. Benommen griff sie nach dem Telefon auf ihrem Nachttisch und stieß dabei ein Wasserglas auf den Boden. Das Splittern des Kristalls ließ die letzten Fetzen eines Traumes aus ihrem Bewusstsein verschwinden. Sie war hellwach.
Das Telefon klingelte ein weiteres Mal und das schrille und beharrliche Geräusch rief Kopfschmerzen hervor, welche sie unweigerlich an die letzte Nacht erinnerten. Sie wollte jetzt mit niemandem sprechen, doch das Telefon wollte nicht schweigen.
Nach einem kläglichen Versuch in ihrer halb liegenden Position den Stecker aus der Wand zu ziehen, hob sie resignierend den Hörer ab.
Anrufer: „Anny? Anny Warshaw?“
Irgendetwas stimmte nicht mit der Stimme des Anrufers. Sie war seltsam verzerrt.
„Antworten Sie!“
Die Stimme hatte jetzt einen befehlenden Ton angenommen.
„Ja. Ja, mein Name ist Anny Warshaw. Wer sind Sie?“
„Sie werden mir jetzt genau zuhören Anny. Es spielt keine Rolle, wer ich bin. Sie kennen mich nicht.“
„Wenn das irgendein blöder Scherz sein soll ...“
„Ich sagte, Sie sollen zuhören. Es ist nicht an Ihnen, irgendwelche Fragen zu stellen.“
„Wie wäre es dann, wenn ich ganz einfach auflege.“
Mit einer ruckartigen Bewegung knallte sie den Hörer auf die Gabel und setzte sich nun gänzlich auf. Der Tag hatte so begonnen, wie der letzte geendet hatte. Beschissen. Als sie mit ihrer rechten Hand über die Linke strich, bemerkte sie, dass sie während des Telefonats eine Gänsehaut bekommen hatte.
Es lag an der Stimme. Sie war so ... „DRDRDRDR!“
Noch bevor sie den Satz im Geiste beenden konnte, schreckte sie das Läuten erneut auf.
Unentschlossen blieb sie auf der Bettkante sitzen. Zwischen dem Läuten des Telefons konnte sie das leise Ticken ihres Weckers hören. Das Rattern der vorbeifahrenden U-Bahn. Sie wartete eine Minute. Zwei. Drei. Von Mal zu Mal schien das Klingeln lauter zu werden und schließlich Griff sie erneut nach dem Hörer.
Donnerstag, 30. April 2009
Der Anruf
"Teil 1"
Ein Blick auf seine Timex Armbanduhr verriet ihm, dass es bereits nach zehn Uhr abends war. Er hatte sich vorgenommen, diesmal nicht zu lange zu arbeiten, früher nach Hause zu fahren, sich etwas auszuspannen und vielleicht noch einen Sprung bei seiner Tochter vorbeizuschauen. Über all der Arbeit hatte er wieder einmal völlig die Zeit vergessen.
Vielleicht hatte seine Ex-Frau doch recht gehabt. Damals, als er noch verheiratet gewesen war, war er nicht viel öfter bei seinen Lieben gewesen, als er heute Zeit in seinen vier Wänden zubrachte. Unter der Woche kam er eigentlich nur zum Schlafen heim und auch am Wochenende vergrub er sich meistens in seinem Arbeitszimmer.
Noch den Gedanken an vergangene Tage nachhängend, begann er damit, seine Sachen zusammenzupacken und sein Büro abzuschließen. Er hatte es nicht sonderlich eilig in sein Haus zurückzukehren, denn dort erwartete ihn ohnehin niemand. Wahrscheinlich würde er auch heute, wie schon an so vielen Tagen, ziellos durch die Straßen fahren. Eine der wenigen Freuden, die er in seinem monotonen Leben hatte. Es hatte ihm immer schon gefallen, sein eigener Herr zu sein und gerade das Bewegen seines neuen BMWs, durch die Straßenschluchten des Asphaltdschungels, rief dieses Gefühl wie kaum eine andere Tätigkeit in ihm hervor.
Er war inzwischen in der Tiefgarage angelangt und zielstrebig schritt er in die Richtung, in der sich sein Privatparkplatz befand. So weit er erkennen konnte, befanden sich keine weiteren Personen auf dieser Etage der Tiefgarage und wenn er es recht bedachte, würden sich zu dieser späten Stunde wohl kaum irgendwelche Leute auf irgendeiner der acht Parkdecks befinden. Er wusste nicht genau warum, aber aus irgendeinem Grund bereitete ihm dieser Gedanken Unbehagen.
Zu spät bemerkte er den Mann, der sich von hinten an ihn herangeschlichen hatte. Die dunkel gekleidete Gestalt hatte ihn blitzschnell in eine Art Würgegriff genommen und drückte ihm nun einen Wattebausch auf Mund und Nase. Er versuchte sich zu währen, doch schnell musste er erkennen, dass er gegen seinen physisch übermächtigen Gegner keinerlei Chance hat. Mit jeder Sekunde, die verstrich, konnte er seine Sinne schwinden spüren. Das Surren der Nachtbeleuchtung war zu einem gedämpften Brummen geworden. Es kam ihm vor, als wäre er in einen Trichter gefallen und würde immer tiefer hineinrutschen.
Langsam, aber unaufhaltsam begann die Welt um ihn herum schwarz zu werden.
Ein Blick auf seine Timex Armbanduhr verriet ihm, dass es bereits nach zehn Uhr abends war. Er hatte sich vorgenommen, diesmal nicht zu lange zu arbeiten, früher nach Hause zu fahren, sich etwas auszuspannen und vielleicht noch einen Sprung bei seiner Tochter vorbeizuschauen. Über all der Arbeit hatte er wieder einmal völlig die Zeit vergessen.
Vielleicht hatte seine Ex-Frau doch recht gehabt. Damals, als er noch verheiratet gewesen war, war er nicht viel öfter bei seinen Lieben gewesen, als er heute Zeit in seinen vier Wänden zubrachte. Unter der Woche kam er eigentlich nur zum Schlafen heim und auch am Wochenende vergrub er sich meistens in seinem Arbeitszimmer.
Noch den Gedanken an vergangene Tage nachhängend, begann er damit, seine Sachen zusammenzupacken und sein Büro abzuschließen. Er hatte es nicht sonderlich eilig in sein Haus zurückzukehren, denn dort erwartete ihn ohnehin niemand. Wahrscheinlich würde er auch heute, wie schon an so vielen Tagen, ziellos durch die Straßen fahren. Eine der wenigen Freuden, die er in seinem monotonen Leben hatte. Es hatte ihm immer schon gefallen, sein eigener Herr zu sein und gerade das Bewegen seines neuen BMWs, durch die Straßenschluchten des Asphaltdschungels, rief dieses Gefühl wie kaum eine andere Tätigkeit in ihm hervor.
Er war inzwischen in der Tiefgarage angelangt und zielstrebig schritt er in die Richtung, in der sich sein Privatparkplatz befand. So weit er erkennen konnte, befanden sich keine weiteren Personen auf dieser Etage der Tiefgarage und wenn er es recht bedachte, würden sich zu dieser späten Stunde wohl kaum irgendwelche Leute auf irgendeiner der acht Parkdecks befinden. Er wusste nicht genau warum, aber aus irgendeinem Grund bereitete ihm dieser Gedanken Unbehagen.
Zu spät bemerkte er den Mann, der sich von hinten an ihn herangeschlichen hatte. Die dunkel gekleidete Gestalt hatte ihn blitzschnell in eine Art Würgegriff genommen und drückte ihm nun einen Wattebausch auf Mund und Nase. Er versuchte sich zu währen, doch schnell musste er erkennen, dass er gegen seinen physisch übermächtigen Gegner keinerlei Chance hat. Mit jeder Sekunde, die verstrich, konnte er seine Sinne schwinden spüren. Das Surren der Nachtbeleuchtung war zu einem gedämpften Brummen geworden. Es kam ihm vor, als wäre er in einen Trichter gefallen und würde immer tiefer hineinrutschen.
Langsam, aber unaufhaltsam begann die Welt um ihn herum schwarz zu werden.
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