"Teil 14"
Gesagt getan. Ohne lange zu zögern, ging sie auf das Café zu, trat ein und sah sich nach einer passenden Sitzgelegenheit um. In einer der hinteren Ecken des Lokals stand noch ein freier Tisch für zwei Personen. Eingebettet in eine kleine Nische, war er genau das, wonach sie suchte. Sie setzte sich, stellte das Paket vorsichtig vor sich auf den Tisch und versuchte ihre Fantasie so gut wie möglich unter Kontrolle zu halten. Ihre Fantasie, die ihr eine Warnung entgegen schrie: „Pass auf Anny, in dem Paket befindet sich eine Bombe. Wenn du es öffnest, dann wird sie dich zerfetzen. Und mit dir jeden, der sich in diesem Lokal befindet.“
Sie konnte vor ihrem geistigen Auge den Aschenregen sehen, der auf die am Boden liegenden reglosen Körper niederging. Das zersplitterte Glas glänzte im Schein einer Sonne, die sich nichts aus der Katastrophe zu machen schien, die an einem geruhsamen Tag so viele unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen hatte.
„Kann ich Ihnen etwas zu trinken bringen, Miss?“
Sie musste sich erst einige Sekunden auf die fragende Miene der Kellnerin konzentrieren, die da vor ihr stand, bevor sie wieder in die reale Welt zurückgekehrt und zu einer Antwort fähig war.
„Ja, bringen Sie mir doch eine Melange und dazu ein großes Glas Wasser.“
„Darf es auch etwas zu essen sein?“
„Nein. Nein, danke.“
Die Kellnerin machte auf dem Absatz kehrt. Anny beschloss noch zu warten, bis die Getränke vor ihr auf dem Tisch standen. Dann konnte sie sich in aller Ruhe dem Inhalt des Päckchens widmen. Sie begann in der Speisekarte des Cafés zu blättern. Die Minuten des Wartens kamen ihr wie Stunden vor.
Dienstag, 16. August 2011
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