"Teil 61 - Finales Finale"
War das sein ernst? Anny sah an der Bar
genau zwei Typen mit Cowboyhut. Einer hatte erkennbar Übergewicht,
es musste also der andere gemeint sein. Sie musste näher heran, um
mehr zu erkennen.
SMS: Du hast noch eine Minute um ihn
anzusprechen!
Sie ging auf den Mann zu und hielt dann
doch wieder inne. In zwei Metern Entfernung war sie stehen geblieben.
Mit ihrem Blick bohrte sie ihm ein Loch in den Rücken. Plötzlich
wandte er sich um, er schien die Blicke gespürt zu haben. Sie fühlte
sich ertappt und wich seinem Blick aus.
Mann: Was`n los Kleine?
Anny wusste nicht so recht, was sie
antworten sollte. Alles kam ihr irgendwie dumm vor. Sie rang nach
Worten.
Anny: Kommen sie mit mir zum
Hinterausgang. Wir müssen reden.
Der Mann musterte Anny von oben bis
unten. Er zögerte für einige Sekunden.
M: So einer schönen Lady kann ich doch
nicht widersprechen. Ich folge dir, wohin du willst.
Anny hat schon zuvor die Tür zum
Hinterausgang erspäht. Es waren, seit sie die Bar betreten hatte,
bereits mehrere Männer durch die Tür an der Rückseite verschwunden
und zum Teil wieder aufgetaucht. Manche waren vielleicht nur Pinkeln
gegangen, andere schienen nicht ganz offizielle Geschäfte im Dunklen
hinter dem Gebäude abzuwickeln.
Sie ging schnurstracks auf die Tür zu,
der Mann mit dem Hut folgte ihr auf dem Fuße.
Mit Schwung stieß sie die Tür auf und
trat in die Nacht hinaus. In die inzwischen kälter gewordene Luft.
Ein dunkler Hinterhof wurde, nur zum Teil, sichtbar. Der Cowboy war
knapp hinter ihr. Hinter ihm fiel die schwere Metalltür wieder ins
Schloss.
Niemand anderer war hier, soweit sie
das sehen konnte.
Sie stand ihrer neuen Bekanntschaft nun
direkt gegenüber. Er lächelte erwartungsfroh.
A(ungeduldig): Also, was haben sie mir
zu sagen?
M(grinsend): Was meinst du? Du hast
mich doch hier rausgelockt.
Mit diesen Worten rückte er Anny etwas
näher und versuchte sie mit einem Arm an sich zu ziehen.
A wich aus und versuchte, mit einem
Schritt rückwärts, den Annäherungsversuch abzuwehren.
A(verunsichert): Das ist wohl ein
Missverständnis. Ich suche nach einem bestimmten Mann...
M(wieder etwas näher heranrückend):
Ich kann genau der richtige Mann für dich sein.
A: Sind sie Chuck?
Er sah sie aus dumpfen Augen an.
Anny sah sich nach einem Ausweg um. Der
Ausgang Richtung Seitengasse war durch ihren aufdringlichen Begleiter
versperrt. Der einzig andere Weg führte zurück in die Bar, aber die
Tür schien ins Schloss gefallen zu sein. Falls sie es versuchte und
die Tür sich nicht öffnen ließe, dann hätte sie ihren Verfolger
im Rücken und keine Möglichkeit mehr zur Flucht.
Anny versuchte es erneut mit Worten.
A: Ich bin hier verabredet. Sozusagen
ein Blinddate. Ich habe sie offenbar verwechselt.
M rückte ihr Schritt für Schritt
näher und trieb sie damit sozusagen in die Enge.
M(grinsend): Das ist doch völlig egal.
Jetzt sind wir beide hier und sollten Spaß miteinander haben.
Mit Vernunft war dem Kerl wohl nicht
beizukommen.
A: Ich hab mich wohl nicht klar genug
ausgedrückt. Ich will nichts von ihnen, also bleiben sie mir vom
Leib!
Mit diesen Worten drehte Anny sich um
und ging zurück zur Lokaltür. Sie zog daran, aber konnte sie nicht
öffnen. Aus den Augenwinkel konnte sie erkennen, dass der Mann
direkt hinter ihr war. Sie hämmerte gegen die Tür, war sich aber
gleichzeitig im Klaren darüber, dass ob des Lärms der Musik im
Inneren des Lokals wohl kaum jemand etwas davon mitbekommen würde.
Gerade in dem Moment, als sie sich
erneut umdrehen wollte, legte der Mann ihr einen Hand auf die
Schulter und versuchte erneut, sie an sich zu ziehen. Sie wand sich
aus seinem Griff und versuchte seitlich an ihm vorbeizukommen, aber
das misslang. M stieß sie nieder und war plötzlich über ihr. Jetzt
ging alles verdammt schnell.
Sie versuchte zu überlegen, aber ihr
Kopf schien im Leerlauf. Plötzlich schwang die Metalltür hinter den
Beiden auf, eine Gestalt erschien im Hinterhof und warf sich auf
Annys Angreifer.
Der Retter verpasste dem Cowboy einen
Schwinger und der sackte sofort regungslos zusammen. Erst jetzt
erkannte Anny den Mann, der sie im Lokal angesprochen hatte und der
sie auf einen Drink einladen wollte.
Er streckte ihr die Hand entgegen und
half ihr auf die Beine.
Anny(auf wackeligen Beinen): Danke!
Retter: Wir sollten wieder hinein
gehen. Hier draußen ist es nicht sicher, Anny.
Noch bevor Anny wusste wie ihr geschah,
wurde ihr ein Tuch gegen den Mund gedrückt. Sie versuchte sich zu
wehren, aber schnell wurde alles um sie herum schwarz. Anny
verschwand in der Dunkelheit.
- Ende -