"Teil 38"
Anny und Jasmin steigen aus dem Zug.
Sie sind wacklig auf ihren Beinen.
Der Fluchtweg ist nicht allzu breit.
Einige Leute aus den vorderen Wagons gehen bereits im Gänsemarsch an
ihnen vorbei. Anny und Jasmin zwängen sich in eine Nische, als
plötzlich das Handy läutet, das Anny seit Kurzem zu ihrem Besitz
zählen darf.
Anny: Es ist ein Anruf, keine SMS.
A zeigt J das Display. Dort ist zu
lesen: „Onkel Rellik“.
Jasmin: Seltsam. … Heb ab!
Anny drückt behutsam den grünen
Button und hält das Telefon zwischen sich und Jasmin. Beide halten
ein Ohr an das Gerät. Nahe genug, damit sie etwas hören können,
aber doch mit ein wenig Abstand, so als ob jeden Moment etwas Böses
aus dem Smartphone springen könnte.
Onkel Rellik: Hallo meine Lieben!
Die Stimme eines Mannes, etwas verzerrt
und metallisch. Er klingt beschwingt, fast heiter.
OR: Ich hoffe der Halt war nicht zu
abrupt. Ihr habt euch doch nichts getan, oder?
A(mit zittriger Stimme): Was soll das
alles? Was wollen sie?
OR(fast aufgeregt): Ich will nur ein
wenig spielen.
J(hat mitgehört): Was ist das für ein
kranker Scheiß! Ein Spiel bei dem Menschen verletzt werden …
OR: Wenn ihr macht was ich sage, dann
werden sich die Kollateral-Schäden in Grenzen halten.
J: Und wenn wir beschließen bei diesem
Wahnsinn nicht mehr mitzumachen?
OR: Dann unterschreibst du nicht nur
das Todesurteil für deinen Vater, sondern auch für jeden in diesem
Tunnel.