Donnerstag, 30. Juli 2020

Am Anfang starten

Meine Empfehlung. Startet mit dem Lesen beim ältesten Posting. Dann macht die Geschichte am meisten Sinn.  ;)

Samstag, 11. Juni 2016

Der Anruf


"Teil 61 - Finales Finale"


War das sein ernst? Anny sah an der Bar genau zwei Typen mit Cowboyhut. Einer hatte erkennbar Übergewicht, es musste also der andere gemeint sein. Sie musste näher heran, um mehr zu erkennen.

SMS: Du hast noch eine Minute um ihn anzusprechen!

Sie ging auf den Mann zu und hielt dann doch wieder inne. In zwei Metern Entfernung war sie stehen geblieben. Mit ihrem Blick bohrte sie ihm ein Loch in den Rücken. Plötzlich wandte er sich um, er schien die Blicke gespürt zu haben. Sie fühlte sich ertappt und wich seinem Blick aus.

Mann: Was`n los Kleine?

Anny wusste nicht so recht, was sie antworten sollte. Alles kam ihr irgendwie dumm vor. Sie rang nach Worten.

Anny: Kommen sie mit mir zum Hinterausgang. Wir müssen reden.

Der Mann musterte Anny von oben bis unten. Er zögerte für einige Sekunden.

M: So einer schönen Lady kann ich doch nicht widersprechen. Ich folge dir, wohin du willst.

Anny hat schon zuvor die Tür zum Hinterausgang erspäht. Es waren, seit sie die Bar betreten hatte, bereits mehrere Männer durch die Tür an der Rückseite verschwunden und zum Teil wieder aufgetaucht. Manche waren vielleicht nur Pinkeln gegangen, andere schienen nicht ganz offizielle Geschäfte im Dunklen hinter dem Gebäude abzuwickeln.

Sie ging schnurstracks auf die Tür zu, der Mann mit dem Hut folgte ihr auf dem Fuße.
Mit Schwung stieß sie die Tür auf und trat in die Nacht hinaus. In die inzwischen kälter gewordene Luft. Ein dunkler Hinterhof wurde, nur zum Teil, sichtbar. Der Cowboy war knapp hinter ihr. Hinter ihm fiel die schwere Metalltür wieder ins Schloss.
Niemand anderer war hier, soweit sie das sehen konnte.
Sie stand ihrer neuen Bekanntschaft nun direkt gegenüber. Er lächelte erwartungsfroh.

A(ungeduldig): Also, was haben sie mir zu sagen?

M(grinsend): Was meinst du? Du hast mich doch hier rausgelockt.

Mit diesen Worten rückte er Anny etwas näher und versuchte sie mit einem Arm an sich zu ziehen.
A wich aus und versuchte, mit einem Schritt rückwärts, den Annäherungsversuch abzuwehren.

A(verunsichert): Das ist wohl ein Missverständnis. Ich suche nach einem bestimmten Mann...

M(wieder etwas näher heranrückend): Ich kann genau der richtige Mann für dich sein.

A: Sind sie Chuck?

Er sah sie aus dumpfen Augen an.

Anny sah sich nach einem Ausweg um. Der Ausgang Richtung Seitengasse war durch ihren aufdringlichen Begleiter versperrt. Der einzig andere Weg führte zurück in die Bar, aber die Tür schien ins Schloss gefallen zu sein. Falls sie es versuchte und die Tür sich nicht öffnen ließe, dann hätte sie ihren Verfolger im Rücken und keine Möglichkeit mehr zur Flucht.
Anny versuchte es erneut mit Worten.

A: Ich bin hier verabredet. Sozusagen ein Blinddate. Ich habe sie offenbar verwechselt.

M rückte ihr Schritt für Schritt näher und trieb sie damit sozusagen in die Enge.

M(grinsend): Das ist doch völlig egal. Jetzt sind wir beide hier und sollten Spaß miteinander haben.

Mit Vernunft war dem Kerl wohl nicht beizukommen.

A: Ich hab mich wohl nicht klar genug ausgedrückt. Ich will nichts von ihnen, also bleiben sie mir vom Leib!

Mit diesen Worten drehte Anny sich um und ging zurück zur Lokaltür. Sie zog daran, aber konnte sie nicht öffnen. Aus den Augenwinkel konnte sie erkennen, dass der Mann direkt hinter ihr war. Sie hämmerte gegen die Tür, war sich aber gleichzeitig im Klaren darüber, dass ob des Lärms der Musik im Inneren des Lokals wohl kaum jemand etwas davon mitbekommen würde.
Gerade in dem Moment, als sie sich erneut umdrehen wollte, legte der Mann ihr einen Hand auf die Schulter und versuchte erneut, sie an sich zu ziehen. Sie wand sich aus seinem Griff und versuchte seitlich an ihm vorbeizukommen, aber das misslang. M stieß sie nieder und war plötzlich über ihr. Jetzt ging alles verdammt schnell.
Sie versuchte zu überlegen, aber ihr Kopf schien im Leerlauf. Plötzlich schwang die Metalltür hinter den Beiden auf, eine Gestalt erschien im Hinterhof und warf sich auf Annys Angreifer.
Der Retter verpasste dem Cowboy einen Schwinger und der sackte sofort regungslos zusammen. Erst jetzt erkannte Anny den Mann, der sie im Lokal angesprochen hatte und der sie auf einen Drink einladen wollte.
Er streckte ihr die Hand entgegen und half ihr auf die Beine.

Anny(auf wackeligen Beinen): Danke!

Retter: Wir sollten wieder hinein gehen. Hier draußen ist es nicht sicher, Anny.

Noch bevor Anny wusste wie ihr geschah, wurde ihr ein Tuch gegen den Mund gedrückt. Sie versuchte sich zu wehren, aber schnell wurde alles um sie herum schwarz. Anny verschwand in der Dunkelheit.


- Ende -


Montag, 30. Mai 2016

Der Anruf - Das Finale


"Teil 60"


Bärtiger Typ: Lust auf 'nen Drink?

Da er diese vier Worte fast gepresst und mit etwas piepsiger Stimme, die in starkem Kontrast zu seinem Äußeren stand, hervorstieß, musste Anny beinahe lachen.
Sie riss sich zusammen und erwiderte kurz und knapp.

Anny: Danke, nein. Ich warte auf jemanden.

Der Biker ließ sich nichts anmerken, machte auf dem Absatz kehrt und ging zurück zu einer Gruppe grobschlächtiger Kerle, die nahe der Bar standen.
Die Abfuhr war leichter als gedacht, aber sie brauchte immer noch eine Idee. Anny wühlte in ihrer Handtasche und fand … einen Lippenstift!

„Perfekt“, entfuhr es ihr.

Sie spielte mit dem Lippenstift und ließ ihn „dummerweise“ so fallen, dass er direkt unter den Billardtisch rollte. Sie schlug sich mit einer theatralischen Geste gegen den Kopf und machte sich sogleich daran, auf allen Vieren, unter den Tisch zu krabbeln.
Sie scherte sich nicht um die Blicke der Umstehenden. Den Lippenstift schnell wieder gefunden, brauchte sie nicht lange nach dem gesuchten Gegenstand zu suchen. In der Mitte der unteren Tischplatte war ein altes Filmdöschen, mit Klebeband, am Holz befestigt.
Einmal kräftig daran ziehen und schon hatte sie es in der Hand und ließ es sogleich in ihrer Tasche verschwinden.
Halb robbend kam sie wieder unter dem Tisch hervor. Sie hatte zum Glück nicht ganz so viel Aufmerksamkeit erregt, wie sie befürchtet hatte. Ein paar Augen waren zwar auf sie gerichtet, vorallem der Spieler, die sich um den Tisch versammelt hatten, aber mehr auch nicht.
Sie stand hastig auf, präsentierte ihren wiedergefundenen Lippenstift und murmelte ein gut erkennbares „Sorry“ in deren Richtung.
Der eine oder andere schüttelte zwar den Kopf, aber schon im selben Moment wurde das unterbrochene Spiel wieder aufgenommen und Anny konnte in die „Anonymität der Masse“ untertauchen.
Sie zog sich in eine halbwegs ruhige Ecke zurück und versicherte sich, dass niemand sie beobachtete.
Erst jetzt wagte sie es, einen Blick in das Filmdöschen zu werfen. Ein Stück Papier. Eine Karte. Zumindest auf der Vorderseite des Papiers. Hier war es zu dunkel um näheres zu erkennen.
Auf der Rückseite stand etwas geschrieben. Die Schrift schien fast im Halbdunkel zu leuchten. Sie musste mit einer speziellen Tinte geschrieben sein.
Dort stand: „Geh zum Tresen. Dort steht ein hagerer Typ mit Cowboyhut und Narbe im Gesicht. Sein Name ist Chuck. Flirte mit ihm und bitte ihn mit dir hinter das Lokal zu gehen. Das ist der Code. Er wird dir weitere Infos geben.“


Montag, 11. April 2016

Kurz vor dem Ende


Die Fortsetzungsgeschichte "Der Anruf" steht kurz vor dem Ende.
Danke an ALLE, die mich und meine Geschichte über die Jahre begleitet haben!

Keine Angst, es wird ein Ende geben, auch wenn es vielleicht nicht so ausfällt, wie manche das erwarten.
Falls euch die Geschichte gefallen hat, dann gibt es die Möglichkeit einen Beitrag zu leisten. Gleich rechts in der sogenannten "Sidebar" kann man spenden [denn auch Autoren müssen von etwas leben  :)]. Das können 50 Cent sein, oder 2 Euro, oder was auch immer ihr geben wollt.

Ab Sommer 2016 wird es darüber hinaus auch ein E-Book "Der Anruf" geben. Falls ihr euch also nicht durch die einzelnen Blog-Beiträge arbeiten wollt, um die Geschichte zu lesen, kann man sie auch bestellen. Zu den genauen Modalitäten gibt es in den kommenden Wochen weitere Infos!

Bis dahin,

         Euer Peter



Montag, 28. März 2016

Der Anruf - eine Fortsetzungsgeschichte


"Teil 59"


Das Neon-Schild über dem Eingang zeigte einen Chopper und daneben den Schriftzug „Roddy's“.
Sie ging hinein. Eine Wolke Zigaretten-Rauch und der Gestank nach schalem Bier und Schweiß umfing sie. Sie musste husten. Einige der Biker, in der gut gefüllten Bar, musterten sie mit interessiertem Blick. Sie versuchte keine Notiz davon zu nehmen.
Nachdem sich ihre Augen an das rot-schimmernde Zwielicht gewöhnt hatten, entdeckte sie den Billardtisch in der rechten hinteren Ecke des Lokals.
So weit, so gut. Wie aber sollte sie nun unauffällig unter dieses Monster von Holztisch gelangen, ohne zum unfreiwilligen Mittelpunkt der ganzen Veranstaltung zu werden?
Sie näherte sich dem Tisch, an dem gerade ein Spiel im Gange war. Sie lehnte sich gegen eine Wand, nur zwei Meter von der vorderen Ecke des Tisches entfernt und tat so, als würde sie das Spiel beobachten, während sie fieberhaft überlegte.
Plötzlich hatte ein großer, bärtiger Typ vor ihr Stellung bezogen. Er musterte sie von oben bis unten, bevor er ein paar Worte hervorbrachte. 


Montag, 15. Februar 2016

Der Anruf


"Teil 58"


Inzwischen hatte sie die Fahrt weit von jenen Straßen weggeführt, welche ihr geläufig waren. Sie waren in einem schäbigen Viertel am Rande am Rande der Stadt angelangt, dass ihr bisher nur aus Erzählungen bekannt war. Viele Migranten, hohe Arbeitslosigkeit, eine hohe Verbrechensrate waren hier zu verzeichnen. Dieser Stadtteil würde in keiner Tourismus-Broschüre aufscheinen. Ein Paradebeispiel für misslungene Integration und Ghetto-Bildung.
Plötzlich hielt der Wagen. Auf einem großen Parkplatz war er zu stehen gekommen.
Anny war unschlüssig was sie nun tun sollte.

Anny (an den Fahrer): Haben sie irgendwelche … nun … Instruktionen für mich?

Fahrer (ohne sich umzudrehen): Die Fahrt ist bezahlt. Steigen sie aus. Ich muss weiter.

Anny hielt kurz inne und überlegte, ob sie einen neuen Versuch starten sollte, ihm etwas zu entlocken, entschied sich aber dann dagegen.
Sie öffnete die Tür und stieg aus. Noch bevor sie sich umsehen konnte, war das Taxi mit quietschenden Reifen in der Nacht verschwunden.
Es gab hier nicht viel zu sehen. Einen kleinen 24h-Markt und eine nicht sonderlich einladend wirkende Biker-Kneipe am anderen Ende des Parkplatzes. Die zahlreichen Motorräder davor deuteten darauf hin, dass im Inneren durchaus Betrieb herrschen musste.
Sie wollte gerade ihr Glück im 24h-Markt versuchen, als ihr Handy klingelte. Eine SMS von Onkel Rellik.

SMS: Geh in die Bar!

Sie zögerte, dann schrieb sie zurück: Was soll ich dort?

Ein paar Sekunden verstrichen.

SMS: Unter dem Billard-Tisch ist eine kleine Nachricht für dich. Eine Dose. Darin findest du weitere Informationen.

Sie blickte sich erneut um. Falls Rellik sie beobachtete, dann war er äußerst geschickt. Sie konnte niemanden entdecken.

Sie atmete einmal tief durch und ging entschlossenen Schritts auf die Bar zu.


Freitag, 29. Januar 2016

Der Anruf


"Teil 57"


Mit diesen Worten dreht sich Anny um und geht zum Taxi. Der junge Mann schüttelt den Kopf und geht weiter. Als Anny in das Taxi steigt, sieht sie den jungen Mann um die Ecke biegen. Er ist verschwunden.
Innerlich fluchend nimmt A auf dem Rücksitz Platz.
Kaum hat sie die Türe geschlossen nimmt der Wagen Fahrt auf.

Wir sehen die Stadt von oben. Die Höhe verringert sich, die Autos kommen näher und näher.
Das Taxi fährt mit hoher Geschwindigkeit eine der Hauptstraßen entlang. Anny ist bemüht den Überblick zu wahren. Sie versucht sich zu orientieren.

Anny(zu Taxifahrer): Wohin fahren wir?

Keine Antwort.

Die Glasscheibe zwischen Fahrer und Fahrgast ist fast vollständig geschlossen. Trotzdem ist sie sich sicher, dass sie der Taxifahrer gehört hat. Er scheint Anweisung zu haben nicht mit ihr zu sprechen. 
Die Fahrt scheint in einen der äußeren Bezirke zu führen. 
Zum wiederholten Male an diesem Tag fragt Anny sich leise: "Worauf hab ich mich da nur eingelassen?"
Sie versucht ihre Anspannung zu verringern und lehnt sich im Sitz zurück. 
Mit hohem Tempo ziehen die Häuser an ihr vorbei.