Samstag, 19. Dezember 2015

Der Anruf


"Teil 56"


Der Mann blickt sich verdutzt um und erblickt eine junge Frau mit hochrotem Gesicht, Haaren die ihr wild in selbiges hängen und einem gehetzten Gesichtsausdruck.

Junger Mann(zurückweichend): Was wollen sie von mir?

Anny: Ich brauche Hilfe. Das ist kein Scherz. Können sie der Polizei eine Nachricht überbringen?

Der junge Mann blickt verwirrt drein.

Ein Wagen hält am Straßenrand. Es ist ein Taxi. Anny erkennt es aus dem Augenwinkel, aber sie hat noch nicht aufgegeben.

A: Ich muss jetzt in dieses Taxi steigen. Merken sie sich die Nummer des Wagens und sobald ich weg bin rufen sie die Polizei. Verlangen sie einen Detective Thomas und sagen sie ihm, dass Anny Warshaw in dieses Taxi gestiegen ist.

JM(mit ungläubigem Gesichtsausdruck): Sie verarschen mich!

Aus dem OFF – Stimme: Sind sie Anny Warshaw?

Anny blickt sich um. Der Taxifahrer winkt ihr zu.

A(zu JM): Sie retten mir damit vielleicht das Leben. Bitte!



Freitag, 20. November 2015

Der Anruf


"Teil 55"


Ihre Lungen brennen wie Feuer. Sie hat es fast geschafft. Ecke 135. und Mason. Noch ein Block, etwa hundert Meter und noch eine Minute Zeit. Fast hätte sie eine Frau niedergerannt, als sie auf die Uhr blickt.

Frau: Passen sie doch auf!

Anny hat keine Kraft um eine Antwort zu erwidern. Sie läuft einfach weiter. Ihre Beine sind träge, aber ihre Gedanken rasen. Sie hat ihr Ziel erreicht. Was nun?
Anny blickt sich um. Hält Ausschau, aber wonach eigentlich? Sie beugt ihren Oberkörper nach vorne, stützt ihre Arme auf die Knie. Atmet kräftig durch. Kurz hat sie das Gefühl sich übergeben zu müssen. Ihr Kopf wird leicht. Dann stabilisiert sich ihr Kreislauf.
Zehn Minuten sind vorbei, sie hat ihren Teil erledigt. Hatte sie irgend etwas falsch verstanden?
Sie greift nach dem Smartphone. Eine Nachricht. Vor wenigen Sekunden erhalten.

Dort steht: „In wenigen Sekunden hält ein Taxi neben dir. Steig ein. Der Fahrer weiß, wohin er dich bringen muss.“

Anny sieht sich um. Kein Telefon in der Nähe. Keine Möglichkeit die Polizei zu verständigen.
Ein junger Mann geht an Anny vorbei. Sie muss sich schnell entscheiden. Sie greift ihm an die Schulter und spricht ihn an.

Anny: Ich brauche ihre Hilfe. 



Donnerstag, 15. Oktober 2015

Der Anruf


"Teil 54"


Det. Thomas: Ok, sie sagen mir jetzt wo genau sie sich befinden. Ich schicke ihnen umgehend eine Streife dort hin und lasse sie zu mir aufs Revier bringen.

Anny: Ich bin in der Telefonzelle am …

Ein Piepsen unterbricht Anny. Sie blickt auf das Smartphone – eine Nachricht:
„Du hast genau zehn Minuten, um zur Ecke 135. und Mason zu kommen, sonst ist Jasmin tot. Keine Polizei, sonst ist J tot. Lauf!“

Det. T: Was war das?

Anny wirkt ratlos. Verzweifelt blickt sie auf die beiden Telefone in ihren Händen.

Det. T: Anny, sind sie noch da?

A lässt den Hörer fallen und läuft los.
Es ist inzwischen fast dunkel geworden. 



Montag, 7. September 2015

Der Anruf


"Teil 53"


Stimme(flehend): Anny, du musst mir helfen!

Kein Zweifel, die Stimme gehört Jasmin. Sie lebt.

Jasmin: Er sagt, wenn du nicht weiterhin mitspielst, dann wird er mich töten. Anny, bitte …

Die Leitung ist tot. Das Gespräch wurde beendet.

Anny ist geschockt und doch irgendwie erleichtert. Jasmin ist am Leben. Aber sie ist in der Gewalt eines Psychopathen.

Det. Thomas: Anny, sind sie noch da?

Die Stimme des Detectives reißt Anny aus ihrer Lethargie.

Det. T: Anny?

A: Ja, ich bin noch dran. Haben sie das Gespräch verfolgen können?

Det. T: Ja, war das Jasmin Evans am anderen Ende der Leitung?

A: Ja, das war sie. Sie lebt. 



Donnerstag, 2. Juli 2015

Der Anruf


"Teil 52"


Anny: Oh nein!

Detective Thomas(besorgt): Was ist passiert?

A: Das ist das Handy, das ich von dem Irren bekommen habe. Es läutet. … Was soll ich tun?

Det. T: Was steht auf dem Display?

A fischt das Smartphone aus ihrer Tasche und sieht nach.

A: Da steht „Onkel Rellik“. Das ist er.

Det. T: Gehen sie ran.

A wirkt wie gelähmt.

Det. T: Es kann ihnen nichts passieren. Es ist nur ein Telefon. Nur eine Stimme.
Noch was, halten sie den Hörer so, dass ich mithören kann.

A drückt zögerlich den grünen Knopf um das Gespräch anzunehmen. Mit beiden Telefonen an einem Ohr lauscht sie.

Stimme am anderen Ende der Leitung: Anny bist du das?

Es ist eine Frauenstimme.




Dienstag, 23. Juni 2015

Mal was ANDERES


Der erste E-Book-Thriller aus meiner Feder ist erschienen. Gratis-Leseprobe unter:

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Lest doch einfach mal rein!



Montag, 25. Mai 2015

Der Anruf


"Teil 51"


Sie fühlte sich befreit. Während sie in den letzten knapp 15 Minuten einfach alles erzählt hatte, gerade so wie es ihr in den Sinn kam, war ihr ein Stein vom Herzen gefallen. Der Detective hatte sie kaum unterbrochen. Nur ein paar Zwischenfragen gestellt. Er schien ihr tatsächlich Glauben zu schenken. So unglaublich diese Geschichte auch war.

Detective Thomas: Wollen sie mir nun ihren richtigen Namen verraten?

Anny(unsicher): Habe ich mit irgend welchen Konsequenzen zu rechnen?

Det. T: Ich bin nicht der Staatsanwalt. Aber so weit ich das beurteilen kann, haben sie keine gröberen Gesetzesübertretungen begangen. Sie hätten sich natürlich gleich an die Polizei wenden sollen und das Aufsuchen der Wohnung des Vermissten war keine Glanzleistung. Aber für eine Anklage reicht das wohl kaum aus. Wenn sie uns dabei helfen Mr. Evans zu finden, dann sind sie aus dem Schneider würde ich sagen.

A: Mein Name ist Anny, Anny Warshaw.

Det. T: Also gut Anny Warshaw, ich würde nun vorschlagen, dass sie zu mir ins Präsidium kommen.

Ein plötzliches lautes Klingeln unterbricht die Unterhaltung. 



News


Noch 10 Posts bis circa Ende 2015, dann endet die Geschichte.    :)



Mittwoch, 15. April 2015

Der Anruf


"Teil 50"


„Detective Thomas.“

Diese Ansage riss sie aus ihren Gedanken.
Sie hatte tatsächlich jemanden an der Leitung. Einen Detective.

Det. T.: Ist da jemand in der Leitung?

Anny: Ja.

Sie zögerte.

Det. T.: Die Rezeptionistin meinte sie wollten jemanden sprechen der mit dem Fall Evans zu tun hätte.

A: Ja, das ist richtig. … Es gibt also einen Fall Evans.

Det. T.: Leider kann ich das gegenüber Zivilpersonen weder bestätigen noch verneinen. Was haben sie zu melden, Frau Garbo?

Da war er wieder, ihr „Deckname“ bei der Polizei. Was besseres war ihr nicht eingefallen.

A: Ich bin mir nicht sicher, wo ich anfangen soll.

Det. T.: Nun, ich nehme nicht an, dass Garbo tatsächlich ihr richtiger Name ist. Da sie und ihr Name nun schon zum zweiten Mal im Rahmen einer Ermittlung auftauchen, gehe ich davon aus, dass es sich auch nicht um einen dummen Scherz handelt. Also würde ich vorschlagen, dass sie mir kurz und knapp schildern, was sie zu berichten haben.

Anny atmete tief durch und begann ihre Story zu erzählen.



[in loving memory of:
Hermine und Franz B.,
Anna und Josef F.
und Erich F.]


Freitag, 3. April 2015

Der Anruf


"Teil 49"


Es dauerte weitere fünf Minuten, bis sie mit dem richtigen Dezernat verbunden war. Sie hing jetzt in der Warteschleife eines Detectives, der ihr hoffentlich weiterhelfen konnte. Immer wieder sah sie sich um, um sicherzugehen, dass sie nicht beobachtet wurde. Sie hatte zwar Zweifel daran, dass der Irre jetzt immer noch folgte, aber sicher konnte sie sich natürlich nicht sein.
… Immer noch die Ansage der Warteschleife. ….
Aber wonach hielt sie eigentlich Ausschau. Sie hatte keine Ahnung wie ihr Verfolger aussah. Er hätte ihr direkt gegenüber stehen können und sie hätte es nicht bemerkt. Sie konnte ihn nicht einmal anhand seiner Stimme identifizieren. Er hatte immer durch eine Art Verzerrer gesprochen. Selbst als er sie im U-Bahn-Tunnel angegriffen hatte.


Mittwoch, 4. März 2015

Der Anruf


"Teil 48"


Ohne wirkliches Ziel schob sie sich durch eine ihr entgegenkommende Menschentraube.
Die Polizei. Sie mussten ihr einfach glauben. Schließlich gab es diesmal klare Beweise. Mindestens ein Toter lag da unten in den Katakomben. Das musste als Beweis genügen.
Ihre Gedanken waren wirr. Sie versuchte sie zu ordnen. Einen Plan zu entwerfen. Was war als nächstes zu tun?

Ein Telefon. Sie brauchte ein Telefon. Aber halt, sie hatte doch eins. Ihr Handy. Sie griff danach, nur um gleich wieder davor zurückzuschrecken, wie vor einer giftigen Schlange. Er würde mithören. Irgendwie konnte dieser Wahnsinnige ihre Gespräche verfolgen. Wie – keine Ahnung! Das Handy schied also aus. Eine gute altmodische Telefonzelle musste her.

Sie wanderte gut zehn Minuten durch die Straße, bis sie eine Telefonzelle fand. Als sie den Notruf wählte, versuchte sie sich ein paar Worte zurechtzulegen. 



Mittwoch, 28. Januar 2015

Der Anruf


"Teil 47"


Eine Seitenstraße. Verkehrslärm. Das Tageslicht wurde bereits schwächer, der Abend war vorangeschritten. Sie rief sich zur Eile. Hier in dieser dunklen Ecke konnte sie der Verrückte einfach überwältigen, ohne dass irgend jemand etwas davon bemerkte. Schnellen Schrittes marschierte sie in Richtung der Hauptstraße. Als sie um die Ecke bog, kam ihr das Treiben beinahe surreal vor. Menschen auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Sie unterhielten sich, redeten am Telefon. Jeder in seine eigene Welt vertieft. Und nur ein paar Meter daneben stand sie. Sie hatte gerade die furchtbarsten Minuten ihres Lebens hinter sich. Ihre Welt war praktisch eingestürzt, und trotzdem schien niemand auch nur Notiz davon genommen zu haben. Die Welt da draußen hatte sich ganz einfach weiter gedreht.

Sie musste mit jemandem reden. Jemandem diese Geschichte erzählen. Daran bestand inzwischen kein Zweifel mehr. Egal wie verrückt sich das Ganze auch anhörte, alleine kam sie damit nicht mehr zurecht. Es standen Menschenleben auf dem Spiel.