Montag, 31. März 2014

Der Anruf


"Teil 38"


Anny und Jasmin steigen aus dem Zug. Sie sind wacklig auf ihren Beinen.
Der Fluchtweg ist nicht allzu breit. Einige Leute aus den vorderen Wagons gehen bereits im Gänsemarsch an ihnen vorbei. Anny und Jasmin zwängen sich in eine Nische, als plötzlich das Handy läutet, das Anny seit Kurzem zu ihrem Besitz zählen darf.

Anny: Es ist ein Anruf, keine SMS.

A zeigt J das Display. Dort ist zu lesen: „Onkel Rellik“.

Jasmin: Seltsam. … Heb ab!

Anny drückt behutsam den grünen Button und hält das Telefon zwischen sich und Jasmin. Beide halten ein Ohr an das Gerät. Nahe genug, damit sie etwas hören können, aber doch mit ein wenig Abstand, so als ob jeden Moment etwas Böses aus dem Smartphone springen könnte.

Onkel Rellik: Hallo meine Lieben!

Die Stimme eines Mannes, etwas verzerrt und metallisch. Er klingt beschwingt, fast heiter.

OR: Ich hoffe der Halt war nicht zu abrupt. Ihr habt euch doch nichts getan, oder?

A(mit zittriger Stimme): Was soll das alles? Was wollen sie?

OR(fast aufgeregt): Ich will nur ein wenig spielen.

J(hat mitgehört): Was ist das für ein kranker Scheiß! Ein Spiel bei dem Menschen verletzt werden …

OR: Wenn ihr macht was ich sage, dann werden sich die Kollateral-Schäden in Grenzen halten.

J: Und wenn wir beschließen bei diesem Wahnsinn nicht mehr mitzumachen?

OR: Dann unterschreibst du nicht nur das Todesurteil für deinen Vater, sondern auch für jeden in diesem Tunnel.



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