Samstag, 2. April 2011

Der Anruf

"Teil 11"

Glück war genau das, was Anny jetzt brauchte und es schien ihr hold zu sein. Nach wenigen Sekunden war der junge Polizist in einem benachbarten Raum verschwunden.
Anny handelte schnell. Sie wollte erst mehr darüber wissen, was hier eigentlich los war, bevor sie sich einem polizeilichen Verhör zu stellen gedachte. Was sollte sie zum jetzigen Zeitpunkt auch erzählen...

Da sie immer noch mit einem Fuß im Aufzug und mit dem anderen im Flur des Stockwerks stand, brauchte sie nichts anderes zu tun, als einen Schritt in den Lift zu machen, den Knopf für die Aula zu betätigen und … zu warten. Die Sekunden, bis sich die Tür schloss, und der Lift ins Erdgeschoss hinunter fuhr, kamen ihr wie Minuten vor. Irgendwie erwartete sie fast, den jungen Polizisten zu erblicken, der wie von magischer Hand schneller als sie die Haupthalle erreicht hatte, um ihr die Leviten zu lesen und sie zum Verhör ins nächstgelegene Polizeirevier zu zerren.
Als die Fahrstuhltüren tatsächlich aufglitten, war natürlich nichts von einem Ordnungshüter zu sehen. Der Portier unterhielt sich gerade mit einer ankommenden Dame, die er offenbar kannte. Während Anny versuchte, möglichst unauffällig und nicht zu schnell, das Bürogebäude zu verlassen, kamen ihr die irrsinnigsten Gedanken: Was wäre, wenn der alte Pförtner plötzlich eine Waffe ziehen und ihr hinterher rufen würde stehen zu bleiben? Wie würde sie sich verhalten? Würde der liebenswürdige alte Mann auf sie schießen, wenn sie, ohne sich umzudrehen, davonliefe?

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